Briefe eines Reisenden an seinen Freund über den Aufenthalt beim Godesberger Gesundheitsbrunnen [1792]

Briefe eines Reisenden an seinen Freund über den Aufenthalt beim Godesberger
Gesundheitsbrunnen [1792]

von NN

Kid Verlag, Bonn, ............

ISBN 978-3- ...................

Verfasser und Adressat sind unbekannt. Anders als (H. Kleinpass 1978) hält es (Schwedt 2015) für möglich, dass der Verfasser der im Text erwähnte Professor Johann  Georg Pickel (*1751) aus Würzburg ist, der sich somit im Text selbst zitieren würde. Dafür spricht die mehrfache Verwendung des Wortes „geschwind“, das im südwestdeutschen Sprachraum häufiger als im Westen vorkommt. Die Analyse Wurzers von 1790[1] kommt als Vorlage nicht in Frage, da sie zwar ähnlich, aber doch nicht gleich aufgebaut ist.

(Harless 1826, 101) hält den Text für eine „mit vieler Laune von einem anonymen Nichtarzt geschriebene(n) Lobrede auf Godesberg. […] Die Analyse von Herrn Hofrath Pickel scheint, wie diese Schrift selbst, in der man sie kaum suchen würde, auf höhere Veranlassung veranstaltet worden zu seyn.“

Inhaltlich präsentiert der Verfasser eine Idylle: die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse sind im Lot, es gibt keine Mißernten oder Überschwemmungen, erst recht keinen Krieg; der Landesvater Max Franz geht sorgsamer mit Geld  um als seine Vorgänger, er investiert in die Infrastruktur und die Bildung, er erlaubt ein wenig Meinungsfreiheit. Wir wissen heute: Das war die Ruhe  vor dem Sturm; im fernen Paris  tobte schon der Orkan der Revolution, es währte nur noch wenige Monate, bis sie den Rhein erreichte und das beschauliche Godesberg.

Zur Datierung: Weil weder die erste Flucht (1792-1794), erst recht nicht die zweite Flucht (Oktober 1794) des Kurfürsten erwähnt wird, andererseits aber die Baumaßnahmen an der Kurfürstenallee als abgeschlossen dargestellt werden, ist ein Zeitkorridor von 1791 bis 1792 anzunehmen.


[1] (Wurzer, Physikalisch-chemische Beschreibung der Mineralquelle zu Godesberg bey Bonn 1790).

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